Klinikums-Blog

MFA
Klinikum hautnah
05/06/2026
Spätdienst mit einer Medizinischen Fachangestellten (MFA) in unserer Zentralen Notaufnahme
Wie läuft ein Arbeitstag in der Klinik für Akut- und Notfallmedizin – kurz Notaufnahme – im Schwarzwald-Baar Klinikum wirklich ab? Wir werfen einen Blick hinter die Kulissen der Arbeit einer Medizinischen Fachangestellten (MFA). Die MFAs in der Notaufnahme arbeiten an vorderster Front, denn sie sind die ersten Ansprechpartner für Patienten, Angehörige und den Rettungsdienst. Sie erfassen Daten für die Patientenakte, koordinieren Abläufe und sorgen dafür, dass alle beteiligten Berufsgruppen die Informationen bekommen, die sie für die bestmögliche Versorgung der Notfallpatienten brauchen.
Arbeiten in der Schaltzentrale der Notaufnahme
Melina S. arbeitet seit rund eineinhalb Jahren als MFA in der Notaufnahme. Im Schwarzwald-Baar Klinikum ist sie aber schon länger: Ihre Ausbildung zur MFA absolvierte sie in unserer Klinik für Innere Medizin III: Kardiologie und Intensivmedizin. Als sie diese erfolgreich abgeschlossen hatte, ist sie – nach einer kurzen Zeit im OP – in die Zentrale Notaufnahme gewechselt. „Hier in der Notaufnahme hat man es mit verschiedenen Fachabteilungen zu tun und genau diese interdisziplinäre Arbeit hat mich so gereizt“, erinnert sich Melina S. „Ich lerne immer wieder dazu und bekomme Einblicke in verschiedene medizinische Bereiche. Für mich macht das den Beruf als MFA in der Notaufnahme sehr spannend und abwechslungsreich. Hier gehen Organisationstalent, Kommunikationsstärke und Fachkompetenz Hand in Hand.“  Wir begleiten die MFA eine komplette Spätschicht an einem Freitag – von der Umkleidekabine bis zur Übergabe am Abend.

14:42 Uhr – Schichtbeginn: ankommen, Überblick gewinnen
Zum Dienstbeginn kommt Melina S. zur Leitstelle der Notaufnahme – dem Tresen am Eingang – und wird freudig vom Team begrüßt. Noch ist es ruhig für einen Freitag, ungewöhnlich ruhig, wie sie denkt. Sie nutzt die Zeit, um mit ihrer Kollegin aus dem Frühdienst die Übergabe zu machen und sich einen Überblick zu verschaffen. Wie ist die aktuelle Auslastung? Welche Patienten warten noch? Gibt es besondere Hinweise aus dem Frühdienst? Diese Übergabe ist die Basis für einen strukturierten Ablauf – denn gerade am Freitagnachmittag steigt das Patientenaufkommen oft spürbar an. „Mit einem starken Team an der Seite ist das aber kein Problem“, weiß Melina S. „Struktur und Organisation sind hier das ‚A und O‘. Man weiß nie, welche Herausforderungen die Schicht mit sich bringt und kein Dienst ist wie der andere. Aber genau das schätzte ich so sehr an meiner Arbeit in der Notaufnahme.“

15:10 Uhr – Patienten werden angemeldet
Nach und nach kommen Patienten zur Anmeldung, die ohne Rettungswagen (RTW) auf eigenem Weg in die ZNA gekommen sind, auch Fußgänger genannt. Die Beschwerden der Patienten sind unterschiedlich: Mal sind es starke Schmerzen im Arm, mal eine tiefe Schnittverletzung am Finger. Die MFA nimmt die Daten auf, erfragt Beschwerden und weitere wichtige Informationen für die Behandlung. Parallel klingelt das Telefon: Eine Kollegin aus der Klinik für Neurologie hat eine Rückfrage zu einem Patienten vom Vortag. Melina S. sucht schnell die benötigten Daten raus und kann die Frage direkt beantworten.

15:37 Uhr – Rettungswagen im Anmarsch
Auf dem Bildschirm taucht eine Meldung auf: Ein Rettungswagen kündigt über das digitale Programm eine Patientin an, die gestürzt ist. Damit das Team der Notaufnahme weiß, was es erwartet, können erste Informationen über den Computer eingesehen werden. Dazu gehören das Geschlecht, ob es sich um eine erwachsene Person oder ein Kind handelt, der Grund für die Einlieferung und auch die Angabe, ob der RTW mit oder ohne Sondersignal – also Martinshorn – kommt.  Sobald der RTW angekommen ist, wechselt Melina S. zum Anmelde-Computer für den Rettungsdienst im Gang der Notaufnahme und tauscht sich mit den Sanitätern aus, notiert alle wichtigen Informationen und bereitet die Aufnahme vor. Die kurze Abstimmung sorgt dafür, dass die Patienten direkt weiter versorgt werden können, wichtige Informationen weitergegeben werden und alles reibungslos funktioniert.
MFA in der Notaufnahme
Links: Melina S. am Tresen der Leitstelle der ZNA. Rechts: An einem separaten PC meldet die MFA einen Patienten an, der mit dem RTW eingeliefert wurde.

16:03 Uhr – Die Hektik beginnt
Langsam aber sicher steigt das Patientenaufkommen deutlich. Fußgänger und Rettungswagen melden sich fast gleichzeitig, das Telefon klingelt immer wieder. Jetzt zahlt sich die Aufteilung im Team der MFAs, die je nach Schicht zu zweit oder dritt am Tresen sind, aus. Eine übernimmt während des Dienstes die Anmeldung der Patienten, die mit dem RTW kommen, die andere kümmert sich um die Fußgänger. Wenn eine dritte Person eingeteilt ist, agiert sie als „Springer“ und unterstützt dort, wo sie gebraucht wird.

Trotz der Hektik behält Melina S. weiterhin den Überblick, informiert die Ärzte und stimmt sich mit Pflegefachkräften und Mitarbeitenden des Rettungsdienstes ab. „Obwohl es turbulent wird, merkt man sofort: Ein gut eingespieltes Team macht den Unterschied“, erzählt die Fachkraft der Notaufnahme. „Kollegen helfen sich gegenseitig, wodurch auch stressigere Momente leichter zu bewältigen sind.“

17:22 Uhr – Kurz abschalten in der Pause
Es wird wieder ruhiger. Die MFA nutzt die Gelegenheit und spricht sich mit dem Team ab, damit sie in die Pause gehen kann. Ihre Kollegin hält in der Zwischenzeit die Stellung an der Anmeldung.

17:52 Uhr – Zurück an die Arbeit
Als Melina S. zurück in die Notaufnahme kommt, sieht sie schon, dass das Patientenaufkommen wieder anzieht. Kaum ist sie zurück am Tresen, meldet der Rettungswagen eine verunfallte Patientin mit Polytrauma – eine bedrohliche Kombination aus mehreren Verletzungen verschiedener Körperregionen – für den Schockraum an. Jetzt muss alles sehr schnell gehen. Als der Rettungswagen ankommt, wird die Patientin ohne Stopp an der Anmeldung direkt in den Schockraum geschoben, wo sie an die behandelnden Ärzte übergeben wird. Alle wissen, was zu tun ist, auch Melina S. – sie meldet die Patientin parallel im System an und legt das Schockraumprotokoll in der digitalen Patientenakte an. Das ausgedruckte Protokoll übergibt sie dann auf direktem Weg an die dokumentierende Pflegefachkraft. „In solchen Momenten merke ich besonders, wie entscheidend eine gut funktionierende Zusammenarbeit mit den Kollegen ist“, schätzt die MFA die Teamarbeit. „Entscheidungen werden gemeinsam getragen und alle packen mit an.“

18:46 Uhr – Ein Moment zum Durchatmen
Zwischendurch ist ein kleiner Moment zum Verschnaufen. Die MFA nutzt die Zeit, um Unterlagen vorzubereiten und den Tresen kurz zu ordnen. Ein Kollege aus der Pflege braucht eine Kopie eines wichtigen Dokuments. Während der Kopierer arbeitet, ist Zeit für ein kurzes Gespräch. „Ich schätze den lockeren Umgang, den wir untereinander haben“, betont Melina S. „Wir lachen gerne mal zusammen und sind auch immer für einen kleinen Spaß zwischendurch zu haben. Der Humor bei der Arbeit darf gerade hier nie verloren gehen.“

Ein starkes Team macht den Unterschied: die MFA Patricia B. und Melina S.

19:31 Uhr – Hochbetrieb am Tresen
Jetzt ist volle Konzentration gefragt. Von allen Seiten kommen gleichzeitig Anfragen und jede Entscheidung muss schnell getroffen werden. Doch Melina S. ist geübt, ordnet die Fälle nach Dringlichkeit ein und kommuniziert klar mit allen Beteiligten.

21:17 Uhr – langsam aber sicher kehrt Ruhe ein
Die Patientenströme lassen nach, das Telefon klingelt seltener. Melina S. nutzt die Gelegenheit, um sich auf die Übergabe an die Kolleginnen im Nachtdienst vorzubereiten.

22:30 Uhr – Abschlussarbeiten
Alle Patientenfälle sind dokumentiert und offene Fragen geklärt. Alles ist bereit für die nächste Schicht – und Melina S. für ihren Feierabend.

23:00 Uhr – Schichtende
Die MFA verlässt die Notaufnahme und macht sich auf den Weg zu den Umkleidekabinen. „Trotz des hektischen Spätdienstes bleibt das Gefühl, einen wichtigen Beitrag bei der Versorgung der Patienten geleistet zu haben“, fasst Melina S. den Arbeitstag zusammen. „Die wertschätzende Zusammenarbeit, die Abwechslung von verschiedenen Krankheitsbildern und die Anerkennung machen die Arbeit in der Notaufnahme erfüllend – auch wenn sie anspruchsvoll ist. Kein Tag ist wie der andere und jede Schicht bringt neue Begegnungen und Herausforderungen. Zwischen schnellen Entscheidungen, einfühlsamen Gesprächen und medizinischem Fachwissen ist es vor allem das Team, das hier den Unterschied macht.“


Unser Expertin:

Melina S.
Medizinische Fachangestellte in der Klinik für Akut- und Notfallmedizin am Schwarzwald-Baar Klinikum

 

Weitere Informationen:

Klinik für Akut- und Notfallmedizin

Wir bilden auch aus.
Hier finden Sie mehr Informationen rund um die Ausbildung zur Medizinischen Fachangestellten.

 

Kontakt:
Schwarzwald-Baar Klinikum
Klinikstr. 11
78052 Villingen-Schwenningen
Annette Münch
Chefarztsekretariat
Tel.: +49 7721 93-2901
Fax: +49 7721 93-92909
E-Mail: zna@sbk-vs.de

 


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