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22/07/2016
Punktgenaue Tumorbehandlung mit dem CyberKnife

Die BARMER GEK Baden-Württemberg und das CyberKnife Centrum Süd am Schwarzwald-Baar Klinikum in Villingen-Schwenningen haben einen Vertrag zur Tumorbehandlung mittels Hochpräzisionsbestrahlung geschlossen. Der robotergestützte Linearbeschleuniger "CyberKnife M6" für die bildgeführte Radiochirurgie korrigiert bei der Bestrahlung Bewegungen des Patienten in Echtzeit. Gesundes Gewebe wird geschont und Nebenwirkungen werden minimiert. Die Behandlung ist schmerzfrei.

"Der Vertrag ermöglicht einen unkomplizierten Zugang zu dieser innovativen Behandlungsmethode, mit Vorteilen für Patienten, Klinik und Kasse", sagt BARMER GEK Landesgeschäftsführer Winfried Plötze. "Durch die Kooperation mit dem CyberKnife Centrum Süd erhalten die Versicherten Zugang zu modernster Krebsmedizin. Durch die hochpräzise robotergestützte und bildgeführte Radiochirurgie können Tumore vergleichsweise schonend
behandelt werden, in vielen Fällen können dadurch Nebenwirkungen minimiert und risikoreiche Operationen vermieden werden."

Direkter Zugang zur Therapie
Der Vertrag zwischen BARMER GEK und Schwarzwald-Baar Klinikum fußt auf der sogenannten Integrierten Versorgung (IV). Sie ermöglicht es Kassen und Kliniken, Direktverträge abzuschließen. Ob ein Patient für die CyberKnife- Behandlung infrage kommt, prüfen Fachärzte, denn die Tumore dürfen nicht zu groß sein und sie müssen eine klare Abgrenzung haben. Sind diese Voraus-
setzungen gegeben, dann kann die Behandlung direkt auf Veranlassung der behandelnden Ärzte erfolgen, ein Antrag ist nicht notwendig. Das bedeutet weniger Bürokratie auf Seiten von Kasse und Klinik. Plötze: "Die Behandlung mit dem CyberKnife ist nicht Bestandteil der Regelversorgung, bisher waren Einzel-
fallentscheidungen mit Begutachtung durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen notwendig. Der neue Vertrag zwischen BARMER GEK und Schwarzwald-Baar Klinikum ermöglicht eine unkomplizierte Behandlung im Sinne der Patienten ohne Zeitverluste." "Wir freuen uns darüber, dass die bürokratischen Hürden beseitigt sind und wir uns voll der medizinischen Behandlung unserer Patienten widmen können", so Prof. Dr. med. Stephan Mose, Direktor der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie am Schwarzwald-Baar Klinikum.

Vorteile gegenüber konventioneller Strahlentherapie
Die Tumorbehandlung mittels CyberKnife hat für die Patienten viele Vorteile:
• schmerzfrei und nicht invasiv
• höchste Präzision
• Minimierung der Strahlenbelastung kritischer Strukturen
• maximale Reduktion des Nebenwirkungs- und Komplikationsrisikos
• kurze Behandlungsdauer
• eine oder nur wenige Behandlungssitzungen
• kein Narkoserisiko
• kein Blutungs-/Infektionsrisiko
• komfortable, ambulante Behandlung
• schnelle Rückkehr in den Alltag direkt nach der Behandlung

Punktgenaue Behandlung
Mittels CyberKnife wird der Therapiestrahl von einem beweglichen Roboter geführt, der sogar Atembewegungen des Patienten während der Behandlung ausgleicht. Das ist ein enormer Vorteil gegenüber herkömmlichen Bestrahlungs-
techniken, denn Lungen-, Leber- und Nierentumore können sich mit dem Ein- und Ausatmen mehrere Zentimeter bewegen.
Fixierungsmaßnahmen zur Einschränkung der Atembewegung oder ein künstlicher Atemstillstand mittels Narkose werden dadurch unnötig. Die Präzision des CyberKnife liegt im Submillimeterbereich, sodass umliegendes gesundes Gewebe nur wenig belastet wird. Dadurch wird das Risiko für Nebenwirkungen reduziert. In bestimmten Fällen können mit dem Einsatz der CyberKnife-Radio-
chirurgie auch risikoreiche Operationen vermieden werden. Im Gehirn kann die fokussierte, radiochirurgische Behandlung unter Umständen eine Ganzhirn-Bestrahlung vermeiden und so das Risiko für mittelfristige Gedächtnisstörungen minimieren.

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