07.04.2017
Wege zur besten Behandlung bei Tumorerkrankungen

Tumorerkrankungen standen im Mittelpunkt des Vortragsabends bei der Gesundheitswoche am Mittwoch. Gleich zwei Referenten befassten sich mit dem Thema.

Christian Mozet, ärztlicher Direktor der Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde am Schwarzwald-Baar Klinikum, referierte zum Thema Kopf- und Hals-Tumoren. Tumore an den Lippen, in der Mundhöhle, Kehlkopf und Rachenraum gehören zu den fünfthäufigsten Tumorerkrankungen. Als häufigste Risikofaktoren gelten Tabakrauch und Alkohol. Für eine weltweite Zunahme von Mundrachenkarzi-
nomen sorgt zudem der Human Papillomavirus (HPV), dessen Übertragung bislang nicht eindeutig geklärt ist.

Anzeichen für eine Tumorbildung im Bereich Hals- und Rachen können unter anderem Stimmveränderung, Schluckstörungen, Heiserkeit und Luftnot oder Schwellungen sein. „Wenn diese Symptome länger als drei Wochen anhalten, sollten Sie unbedingt ihren Hausoder Facharzt aufsuchen", riet Mozet.

Ob man bei der Behandlung von Tumorerkrankungen künftig auf die Chemotherapie verzichten kann, dazu referierte Professor Paul Graf La Rosée, Chefarzt der Onkologie und Hämatologie am Schwarzwald-Baar Klinikum. Zu den drei bisherigen Säulen der Tumortherapie, die Chirurgie, Bestrahlung und Chemotherapie entwickelte sich der medizinische Fortschritt zur Molekular- und Immuntherapie. La Rosée erläuterte die Wirkungsweisen der verschiedenen Therapien. Die Chemotherapie als chemische Therapie verursacht den Zelltod durch Schädigung der DNA. „Das Problem ist, dass auch gesundes Zellmaterial zerstört wird."

„Auch Nebenwirkungen wie Durchfall, Übelkeit und Haarausfall sind unangenehme Nebenwirkungen der Chemotherapie. Die Entwicklung der Molekulartherapie sei einerseits ein Meilenstein, weil hierbei ein einzelnes Atom in die bösartig veränderte Zelle geschleust wird, „das so tut, als wäre es Energie." Sitzt das Molekül in der Eiweißzelle, wird diese quasi handlungsunfähig und stirbt letztendlich ab. Vorteil: Gesunde Zellen werden nicht geschädigt. Allerdings schlägt bislang nur etwa ein Drittel der Patienten auf diese sehr teure Therapie an. „Das heißt, 70 Prozent der Patienten bekommen diese teure Therapie umsonst“, wie La Rosée die Crux nannte. Auch die Immuntherapie, bei der Antikörper die Krebszellen auffressen, ist nicht für jeden Patiententyp geeignet. Somit beantwortete sich die Eingangsfrage, ob in der Krebstherapie künftig auf die Chemotherapie verzichtet werden kann, von selbst. Allerdings wird auch in der Chemotherapie weiter geforscht um das hochtoxische Medikament im Bereich der Nanotechnologie an Orte im Körper zu bringen, wo es bislang keine Wirkung hatte.

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