06.07.2018
Jahresabschluss 2017

Der Aufsichtsrat des Schwarzwald-Baar Klinikums hat am 5. Juli 2018 den Jahresabschluss für das vergangene Jahr festgestellt. Zum dritten Mal in Folge ist es dem Klinikum nach dem Umzug in den Neubau gelungen, ein positives Betriebsergebnis zu erzielen. Als Folge konnte die Einrichtung gezielt Personal aufstocken.

„Das Klinikum ist gut aufgestellt: Auch 2017 konnten wir die Belastungen aus Zinsen und Abschreibungen für den Neubau aus eigener Kraft stemmen", erklärt Dr. Matthias Geiser, Geschäftsführer des Schwarzwald-Baar Klinikums. „Der Erfolg des Klinikums basiert auf erstklassigen medizinischen und pflegerischen Leistungen. Dafür, dass unsere Patienten die möglichst beste Versorgung bekommen, engagieren sich unsere Mitarbeiter jeden Tag aufs Neue – ihnen gilt unser Dank und unser Respekt. Gut ist: Die positiven Betriebsergebnisse der vergangenen Jahre haben es uns ermöglicht, Personal aufzustocken." Vor allem in den patientennahen Dienstarten gingen die Zahlen 2017 nach oben, im Schnitt beschäftigte das Klinikum in diesen Bereichen 64 Vollkräfte mehr als im Jahr davor. Zur Entlastung des ärztlichen und pflegerischen Personals auf den Stationen hat die Einrichtung beispielsweise 30 Stellen für sogenannte Organisationsassistentengeschaffen.

Die Leistungszahlen sind stabil und liegen in etwa auf dem Vorjahresniveau. Das Klinikum verzeichnet für 2017 insgesamt 49.639 stationär versorgte Patienten und 159.509 ambulant behandelte Patienten. Durchschnittlich war ein stationär aufgenommener Patient 6,3 Tage im Klinikum, und die Auslastung lag bei knapp 80 Prozent. Was die im Klinikum geborenen Kinder betrifft, steigen die Zahlen kontinuierlich weiter – der Spitzenwert von 2016 konnte im vergangenen Jahr noch einmal übertroffen werden: 2.382 Babys kamen 2017 im Schwarzwald-Baar Klinikum auf die Welt (2016 waren es 2.292 Kinder). Dabei gab es 46 Zwillingsgeburten und eine Drillingsgeburt.

Das Schwarzwald-Baar Klinikum hat 2017 knapp 6.5 Millionen Euro in apparative Ausstattungen gesteckt, beispielsweise in die so genannte Intensivüber-
wachungspflege („Intermediate Care") in der Kinderklinik – das sind Betten, die aufgrund der apparativen Ausstattung einen sehr hohen Grad an Überwachung und Betreuung der Patienten ermöglichen. Darüber hinaus hat das Klinikum im vergangenen Jahr mit den Baumaßnahmen und Sanierungsarbeiten am Standort Donaueschingen begonnen – investiert werden dabei insgesamt rund sechs Millionen Euro. „Wir können folglich ab Ende 2018 auf allen Stationen Zweibettzimmer-Standard anbieten. Außerdem schaffen wir die Voraussetzungen für moderne Prozesse und die möglichst optimale Versorgung geriatrischer Patienten", erzählt Dr. Geiser.

Das Klinikum setzt sich allerdings nicht nur für Ausstattungen und Baumaßnahmen ein: Gerade vor dem Hintergrund eines immer enger werdenden Arbeitsmarktes bekommt das Thema Ausbildung von Fachkräften eine zunehmende Bedeutung. Das Schwarzwald-Baar Klinikum bietet in der betriebseigenen Akademie für Gesundheits- und Sozialberufe (ags) umfangreiche Aus-, Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten an. Neu ist dabei seit 2017 die Ausbildung zum Anästhesietechnischen Assistenten (ATA) an der OTA/ATA-Schule Schwarzwald-Bodensee und die Pflegeausbildung in Teilzeit. Im vergangenen Jahr gab es insgesamt knapp 270 Ausbildungsplätze, außerdem beinhaltete das Fortbildungsprogramm fast 260 Veranstaltungen. „Wir beabsichtigen, unser Angebot im Bereich Aus- und Weiterbildung noch weiter auszubauen. Stichworte dazu sind beispielsweise die Akademisierung der Hebammenausbildung oder die klinische Ausbildung von Ärzten", so der Geschäftsführer.

Der Umsatz konnte im Vergleich zu den Jahren 2015 und 2016 im vergangenen Jahren weiter gesteigert werden und liegt bei rund 257 Millionen Euro. Unter dem Strich verzeichnet die Einrichtung einen Jahresüberschuss in Höhe von 2.85 Millionen Euro. Da es sich beim Schwarzwald-Baar Klinikum um eine gemeinnützige Einrichtung handelt, verbleibt der Jahresüberschuss im Unternehmen, um dort auch wieder investiert zu werden.

„Wir freuen uns über das positive Ergebnis", erklärt Dr. Geiser. „Für die Zukunft sind wir gut aufgestellt, aber wir müssen auch laufend in genau diese Zukunftsfähigkeit investieren. Da geht es um Fachkräfte und medizinische sowie pflegerische Behandlungsqualität, aber auch um technische Neuerungen und bauliche Veränderungen. Die zunehmende Digitalisierung beispielsweise der Behandlungsprozesse gehört ebenso dazu. Dabei bleiben die politischen Rahmenbedingungen eine große Herausforderung, denn leider ist es immer noch so: Die unzureichende Investitionskostenfinanzierung der Länder zwingt die Krankenhäuser dazu, Investitionskostenanteile aus den dafür nicht gedachten Pflegekostenanteilen zu erwirtschaften."

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