Empyem des Brustkorbes (Eiteransammlung im Brustkorb)

Eine schwerwiegende Folge der Lungenentzündung

Prof. Dr. med. Christian Stremmel
Direktor des Lungenzentrums
Leiter der Thoraxchirurgie
Facharzt für Allgemeinchirurgie und Thoraxchirurgie
Schwerpunkt: Thoraxchirurgie

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Als Empyem bezeichnet man eine Eiteransammlung in einer Körperhöhle. Dieses Krankheitsbild ist vor allem als Gelenkempyem bekannt. Es tritt jedoch auch im Bereich des Brustkorbes auf, da hier eine knöcherne Höhle vorhanden ist, die sich mit infiziertem Material (Eiter) füllen kann. Die häufigste Ursache eines Pleuraempyems ist die bakterielle Lungenentzündung (Pneumonie).

Krankheitsbild

Bei größeren Untersuchungen hat sich gezeigt, dass circa 60 Prozent der Patienten, die wegen einer bakteriellen Lungenentzündung stationär aufgenommen werden, auch einen Pleuraerguss haben. Bei den meisten bildet sich dieser nach erfolgreicher Therapie der Lungenentzündung komplett zurück. Bei etwa zehn Prozent der Patienten aber entwickelt sich ein Pleuraempyem (komplizierender Erguss). Dies ist eine schwerwiegende Situation, da die Gefahr einer Sepsis (generalisierte Infektion des Körpers) besteht. Häufigste Symptome sind Fieber, Appetitlosigkeit und hohe Entzündungsparameter. Zum Pleuraempyem kann es nach mehrfachen Punktionen eines Pleuraergusses entstehen. Aus diesem Grund sollte ein Pleuraerguss nicht häufiger als zwei- bis dreimal abpunktiert werden. Unklare rezidivierende Pleuraergüsse müssen thorakoskopisch (durch Spiegelung der Brusthöhle) abgeklärt werden.

Diagnose und Therapie

Patienten mit einem Pleuraempyem sind in der Regel schwer krank und zeigen erste Anzeichen einer Sepsis. Sie müssen unbedingt stationär behandelt werden. Zur bildgebenden Diagnostik wird eine Computer-Tomografie mit Kontrastmittel nötig. Zeigt sich mit Hilfe des Kontrastmittels im CT-Thorax eine Anreicherung der Empyemmembran (Enhancement)  ist dies schon ein deutlicher Hinweis, dass ein Empyem vorliegt.

Ein weiterer wichtiger Parameter ist die pH-Bestimmung des Pleurapunktates. Bei einem pH-Wert von weniger als 7,1 handelt es sich um einen komplizierenden Erguss. Liegt der Wert darüber, handelt es sich in der Regel um einen „normalen“ Pleuraerguss.

Das Therapiekonzept bei Pleuraempyem muss jeweils individuell gestellt werden. Es hängt davon ab, wie lange das Empyem bereits besteht und welches Ausmaß es hat. Häufig kann die Erkrankung mit einer entlastenden Thoraxdrainage und der Gabe wirksamer Antibiotika in ein bis zwei Wochen geheilt werden, die Antibiotika müssen über einen Zeitraum von vier bis sechs Wochen eingenommen werden. In ihren frühen Stadien können über 90 Prozent der Empyeme auf diese Weise geheilt werden.

Bei weiter fortgeschrittenen Empyemen des Brustkorbes sind allerdings operative Maßnahmen erforderlich. Ist  bereits Eiter im Pleuraspalt vorhanden, die Erkrankung jedoch noch nicht chronifiziert (fibroprulentes Stadium), hilft eine thorakoskopische Ausräumung – das ist eine, mit Hilfe eines Endoskops minimal invasiv durchgeführte Spülung und Aussaugung der Brusthöhle.

Besteht das Empyem bereits länger als vier Wochen, bilden sich  Bindegewebswucherungen (Schwarten) die zu einer Verdickung des Rippenfells führen und die Lungenfunktion stark beinträchtigen. In diesem Endstadium ist eine offene Operation unumgänglich. Bei der Operation (Dekortikation) wird der verdickte Eitersacks (Empyemsack) vollständig entfernt, so dass die Lunge sich wieder ausdehnen kann. Nach einer solchen Operation müssen die Patienten in der Regel etwa 14 Tage im Krankenhaus bleiben.

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