Lungenkrebs (Bronchialkarzinom)

Einer der häufigsten Tumoren bei Menschen

Onkologisches Zentrum / Onkologischer Schwerpunkt (OSP)
Schwarzwald-Baar-Heuberg
Tel.: +49 7721 93-4001
Fax: +49 7721 93-94009

Weitere Informationen zum Lungenkrebs finden Sie auch im ‚Blauen Ratgeber“ der Deutschen Krebshilfe
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Infoflyer Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie

Infoflyer Bestrahlung der Lunge und Speiseröhre

Lungenkrebs ist eine der gefährlichsten und häufigsten Krebserkrankungen bei Frauen und Männern. Für sein Entstehen ist das Rauchen der entscheidende Risikofaktor. Leider werden Lungenkrebserkrankungen nur in etwa 20 Prozent der Fälle in einem frühen, noch operablen Stadium entdeckt. Die meisten Patienten kommen mit einer bereits fortgeschrittenen Erkrankung in die Klinik oder zum Arzt, wenn eine Operation in der Regel nicht mehr möglich und auch nicht sinnvoll ist. Dann bieten sich primär medikamentöse Behandlungen (Chemotherapien, Antikörper, zielgerichtete Therapien, Studienmedikamente) und eine lokale Strahlenbehandlung an. Wichtig ist, dass die Patienten möglichst in einem onkologischen Zentrum, zum Beispiel im hiesigen Klinikum, behandelt werden. Hier stehen  Behandlungspartner mit der größtmöglichen Erfahrung bereit.

Krankheitsbild

Lungenkrebs stellt bei Männern und Frauen jeweils die dritthäufigste Krebserkrankung dar (siehe Abbildung, Angaben in Prozent, Quelle: „Schätzung der Dachdokumentation Krebs im Robert Koch-Institut“ in: Krebs in Deutschland 2005/2006. Häufigkeiten und Trends. Robert Koch-Institut, 7. Ausgabe, 2010). In Deutschland erkranken jährlich etwa 47.000 Menschen an Lungenkrebs.

 

 

In 85 Prozent der Fälle ist das Tabakrauchen die Ursache für den Lungenkrebs. 20 Zigaretten täglich erhöhen das Risiko um das etwa 20-fache. Raucherinnen haben ein doppelt so hohes Risiko wie Männer, an Lungenkrebs zu erkranken.

Mögliche Beschwerden bei Lungenkrebs sind: anhaltender Husten über mehr als vier Wochen, plötzliche Veränderungen eines bestehenden „Raucherhustens“, Aushusten von Blut oder blutigem Schleim oder auch Schmerzen im Brustkorb. Leider sind diese Beschwerden zumeist Zeichen einer bereits fortgeschrittenen Erkrankung. Das bedeutet l auch, dass es praktisch keine Frühzeichen einer Lungenkrebserkrankung gibt.

Diagnose

Die Verdachtsdiagnose Lungenkrebs wird anhand von Röntgenbildern, Computer-Tomographien und/oder so genannten PET-Untersuchungen (Positronen-Emissions-Tomographie) gestellt. Letztlich entscheidend ist eine Gewebeuntersuchung der Lunge, das Gewebe wird  über eine Lungenspiegelung oder eine Lymphdrüsenuntersuchung gewonnen. Man unterscheidet zwei große Gruppen von Lungenkrebs, die so genannten nicht-kleinzelligen (circa 80 Prozent) und die kleinzelligen Karzinome (circa 20 Prozent). Heutzutage werden auch molekulare Analysen des Tumorgewebes vorgenommen. Mit ihnen lassen sich für die Behandlungsstrategie wichtige Informationen erhalten. Wichtigste Kriterien für die Wahl der Therapien sind die Art des Tumors, seine Größe und Ausbreitung, der Allgemeinzustand des Patienten, die Lungenfunktion und die Begleiterkrankungen. Nicht entscheidend ist das numerische Alter des Patienten.

Therapie

Ziel der Therapie ist es, den Patienten möglichst zu heilen. Diese Möglichkeit besteht allerdings nur, wenn der Tumor vollständig durch eine Operation entfernt werden kann und weitere Therapiemaßnahmen verhindern, dass sich eventuell noch im Körper vorhandene Krebszellen erneut ausbreiten (adjuvante Therapien). Leider sind diese Voraussetzungen nur bei einer Minderheit der Patienten gegeben, sodass Lungenkrebs sehr häufig nicht geheilt werden kann. Dann kommen nicht-operative Behandlungsmaßnahmen zur Anwendung, entweder alleine oder in Kombination (zum Beispiel medikamentöse Therapie mit oder ohne Strahlentherapie).

Entscheidend für die Wahl der Therapie ist die Art des Tumors.

Therapie beim kleinzelligen Bronchialkarzinom:
Bei den meisten Patienten sind die Chemo- und die Radiotherapie die Hauptstützen der Behandlung. Letztere wird zumeist parallel zum ersten und zweiten Chemotherapiezyklus gegeben. Stellt sich nach Abschluss der Chemotherapie heraus, dass der Tumor weitestgehend oder komplett verschwunden ist, wird prophylaktisch noch eine Bestrahlung des Gehirns angeschlossen. Damit kann die Überlebensrate und das Risiko, dass Absiedlungen des Tumors im Gehirn entstehen, deutlich positiv beeinflusst werden. Sind bereits bei der Erstdiagnose Absiedlungen des Tumors in anderen Organen (Metastasen) gefunden worden, sollte eine medikamentöse Therapie erfolgen; nur in ausgewählten Situationen ist dann zusätzlich eine Bestrahlung sinnvoll.

Therapie beim nicht kleinzelligen Bronchialkarzinom:
Solange der Tumor operiert werden kann, ist die Chirurgie die Therapie der Wahl. Je nach Situation und Vorliegen von bestimmten Risikofaktoren schließt sich oftmals eine Chemotherapie, seltener eine Radiotherapie an. Kann ein kleiner Tumor nicht operiert werden, kann individuell eine Radiotherapie empfohlen werden (siehe auch CyberKnife Centrum Süd).

Bei einem lokal fortgeschrittenen Karzinom ist die Kombination aus Radio-/Chemotherapie zwingend notwendig. Dabei sollten beide Therapien eher zeitgleich als hintereinander erfolgen. Ob eine zusätzliche Operation hilfreich ist, muss individuell entschieden werden. Unklar ist auch noch, ob im Falle einer kompletten Tumorrückbildung auch beim nicht kleinzelligen Lungentumor vorsorglich eine Hirnbestrahlung erfolgen sollte.

Bei metastasierten Tumoren steht die Chemotherapie im Vordergrund; die Radiotherapie kommt dann nur in besonderen Situationen zum Einsatz (siehe Behandlung von Metastasen).

 


Die umfassende Therapie von Menschen, die aufgrund ihrer Krankheit eine begrenzte Lebenserwartung haben, sollte unbedingt in enger Absprache zwischen den  Thoraxchirurgen (Operation), den  Hämatoonkologen (Chemotherapie, medikamentöse Behandlung) und den Radioonkologen (Strahlentherapie) erfolgen. Damit wir individuell jedem Patienten die für ihn beste Therapie anbieten, treffen wir uns regelmäßig in unserer Tumorbesprechung. Auch die Möglichkeit der Teilnahme an einer klinischen Studie sollte in diesem Zusammenhang geprüft werden. Sie ermöglicht unter Umständen eine weitere Verbesserung der Behandlungen, wobei auch ganz neue, noch nicht generell zugelassene Medikamente zum Einsatz kommen könnten. Sprechen Sie uns bitte an.

Kontakt

 

 

Schwarzwald-Baar-Heuberg
Onkologisches Zentrum / Onkologischer Schwerpunkt (OSP)
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Villingen-Schwenningen
Klinikstr. 11
78052 Villingen-Schwenningen

Sekretariat
Tabita Andrijic
Tel.: +49 7721 93-4314
Fax: +49 7721 93-94309
E-Mail: osp@sbk-vs.de
OSP-Hotline: +49 7721 93-4312
  
Die Hotline steht allen Ärzten
 zur Verfügung, die Tumorkonferenzprotokolle abrufen 
möchten, Ansprechpartner für die onkologische Behandlung 
benötigen oder Patienten zur onkologischen 
Behandlung zuweisen möchten.
 Sie ist von Montag bis Donnerstag von 8.00 - 16.30 Uhr und 
am Freitag von 8.00 - 14.30 Uhr besetzt.

Ansprechpartner für Lungenkrebs-Studien

Oberärztin Frau Dr. med. Anja Rückert, Fachärztin für Innere Medizin,
Schwerpunkt Hämatologie/Onkologie/Palliativmedizin
E-Mail: anja.rueckert@sbk-vs.de

 

Schwarzwald-Baar Klinikum
Lungenzentrum Donaueschingen
Prof. Dr. med.
Christian Stremmel
Sonnhaldenstr. 2
78166 Donaueschingen

Sekretariat
Ute Semeth
Tel.: +49 771 88-5901
Fax: +49 771 88-5990
E-Mail: ute.semeth@sbk-vs.de

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Schwarzwald-Baar Klinikum
Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie
Prof. Dr. med.
Stephan Mose
Villingen-Schwenningen
Klinikstr. 11
78052 Villingen-Schwenningen

Sekretariat
Derya Sengül
Tel.: +49 7721 93-3401
Fax: +49 7721 93-93409
E-Mail: derya.senguel@sbk-vs.de

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