Kinderneurochirurgie

Spezialisierte Behandlung von Neugeborenen, Kindern und Jugendlichen

Prof. Dr. med. Rainer Ritz
Direktor der Klinik
Schwerpunkt: vaskuläre Neurochirurgie, Schädelbasis-Chirurgie, Neuroonkologie

Tel.: +49 7721 93-2101
Fax: +49 7721 93-92109
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Die Kinderneurochirurgie beschäftigt sich mit der Diagnose und Behandlung junger Patienten im Alter zwischen 0-18 Jahren. Diese Patientengruppe unterscheidet sich in vielerlei Hinsicht von älteren Patienten. So kommen manche Krankheiten ausschließlich bei Kindern und Jugendlichen vor, auch manche Tumorarten treten häufiger bei kleinen Kindern auf. Metastasen sind wiederum bei so jungen Patienten nicht zu finden. Gefäßfehlbildungen können in verschiedenen Altersgruppen vorkommen, jedoch deutlich häufiger in den späteren Lebensjahren.

Kinderneurochirurgische Krankheitsbilder

Die Kinderneurochirurgie beschäftigt sich mit der operativen Behandlung von Verletzungen, Tumoren, Missbildungen und entzündlichen Erkrankungen des peripheren Nervensystems bei Neugeborenen und Kindern. Dazu gehören:

Intraventrikuläre Blutungen
Bei Frühgeborenen mit niedrigem Geburtsgewicht können intraventrikuläre Blutungen auftreten. Das kann zu einer Störung der Resorption des Hirnwassers führen. Zur Behandlung wird ein Rickham-Reservoir gelegt, das heißt eine kleine Kammer verbunden mit einem Katheter, dessen Spitze in die Hirnkammer implantiert wird. Das gestaute blutige Hirnwasser wird über eine Serie von perkutanen Punktionen zur Druckentlastung und Kontrolle des Kopfumfangs abgelassen. Danach kann ein Shunt gelegt werden. Das Hirnwasser wird dann über die Steuerung eines Ventils weiter über einen Katheter in die Bauchhöhle abfließen, von da aufgenommen und in die Blutbahn zurücktransportiert.

Hydrocephalus occlusus
Beim Hydrocephalus occlusus stört ein mechanisches Hindernis (zum Beispiel eine angeborene Engstelle) den Abfluss des Hirnwassers. Dann wird eine Ventrikulostomie, also eine kleine Fensterung am Boden der dritten Hirnkammer, mit Hilfe einer endoskopischen Methode hergestellt. Durch die kleine Öffnung kann das Hirnwasser um das Hindernis abfließen.

Myelomeningozele
Fehlbildungen an der Wirbelsäule und am Rückenmark mit seiner Hülle können unterschiedlich schwer und ausgeprägt auftreten. Bei der schweren Form, der Myelomeningozele, wird das Rückenmark nicht von der Rückenmarkshaut, den Wirbelbögen und normaler Haut bedeckt, sondern liegt frei. Diese Fehlbildung kam früher häufiger vor als heute. Studien haben gezeigt, dass sich ihr Auftreten durch die Vitamin-E-Zufuhr reduziert hat. Die neurochirurgische Behandlung besteht darin, eine plastische Deckung zum Schutz der Neuralstrukturen herzustellen. Über 90 Prozent der betroffenen Kinder haben auch Störungen der Liquorzirkulation. Sie benötigen daher einen Shunt zur Ableitung des gestauten Hirnwassers. Die Betreuung der kleinen Patienten erfordert eine interdisziplinäre Zusammenarbeit von Pädiatern, Neurochirurgen, Kinderorthopäden und Urologen, aber auch von den Eltern und betreuenden Pädagogen.

Encephalozele
Eine Encephalozele ist eine Fehlbildung an der Hirnentwicklung. Nach Abklärung mittels einer Kernspintomographie wird auch diese Veränderung plastisch gedeckt. Die Veränderungen kommen in der Mittellinie am Hinterkopf, aber auch an der Schädelbasis oder im vorderen Bereich an der Stirn vor. An der Basis oder an der Stirn ist die Encephalozele bei Europäern seltener, bei Patienten in Südostasien jedoch häufiger anzutreffen.

Malsinus
Der Malsinus ist eine Fehlbildung in der Mittellinie über der Wirbelsäule: Ein sehr kleiner offener Kanal reicht in die Tiefe bis in den Wirbelkanal oder sogar bis zum Rückenmark. Häufig fällt eine geringe Veränderung in der Umgebung auf, etwa eine Verfärbung der Haut oder das Wachstum langer Haare. Durch diese offene Verbindung können Keime von der Haut und der Umgebung in die Tiefe eindringen und immer wieder Hirnhautentzündungen verursachen. Mit einer Kernspintomographie lässt sich dieser Gang bildlich sehr gut darstellen. Im Anschluss an die Diagnose wird er operativ komplett entfernt und die Ursache der Entzündung damit beseitigt.

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