Hodentumore

Die Heilungsaussichten sind ausgezeichnet

Prof. Dr. med. Alexander Lampel
Direktor der Klinik für Urologie und Kinderurologie
Facharzt für Urologie
Schwerpunkt: medikamentöse Tumortherapie, Andrologie

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Hodentumoren stellen die häufigste Tumorerkrankung bei Männern im Alter zwischen 15 und 35 Jahren dar. Meistens fallen sie durch eine Vergrößerung des Hodens auf. Mögliche Ursachen für die Erkrankung sind: Virusinfektionen (Mumps), verschiedene Chemiestoffe und vor allem eine fehlerhafte Lage des Hodens, vorübergehend oder dauernd, außerhalb des Hodensacks.

Krankheitsbild

Die Hodenschwellung verursacht in der Mehrzahl der Fälle keine Schmerzen, nur ca. 20 Prozent der Betroffenen empfinden Schmerzen in der Samenstrangregion. In ca. 95 Prozent der Fälle handelt es sich um Tumoren der Keimzellen, die grob in Seminome und Nichtseminome eingeteilt werden. Je nach Tumortyp sind im Blut spezifische Marker erhöht, die im Verdachtsfall grundsätzlich bestimmt werden sollten. Eine frühe Diagnosestellung durch klinische Untersuchung, Ultraschall und Computertomographie ist wichtig, denn so können gutartige Erkrankungen, wie z.B. ein Leistenbruch oder eine Hodenentzündung, ausgeschlossen und schnell mit der Therapie begonnen werden.

Therapie

Wurde ein Tumor bestätigt, muss der befallene Hoden über einen Leistenschnitt entfernt werden. Gleichzeitig wird etwas Gewebe aus dem anderen Hoden gewonnen. Je nach Tumortyp und Ausbreitung sind in der Folge regelmäßige Kontrollen nötig. Die weitere Therapie hängt vom Ausmaß der Erkrankung ab.

Seminom
In Stadium I besteht ein 15 bis 20 prozentiges Risiko einer Metastasierung in die Lymphknoten im oberen Bauchraum bereits zum Zeitpunkt der Diagnosestellung. Aktuell werden folgende Verfahren empfohlen, um mit diesem Risiko adäquat umzugehen: Die aktiven Vorgehensweisen (Strahlentherapie, Chemotherapie) haben zum Ziel, das individuelle Rückfallrisiko zu minimieren und nehmen dabei in Kauf, dass ca. 80 Prozent der Patienten eine Therapie erhalten, ohne diese tatsächlich zu benötigen (Übertherapie).

Das abwartende Vorgehen (Watch-and-wait) stellt die Vermeidung einer Übertherapie in den Vordergrund und nimmt in Kauf, dass ca. 20 Prozent der Patienten einen Rückfall erleben werden und dann eine intensivere Strahlentherapie und/oder Chemotherapie erhalten.

Vorläufige Studienergebnisse zeigen, dass man risikoadaptiert ohne Nachteile eine abwartende Haltung einnehmen kann. Bis auf weiteres sollte diese Strategie aber nur in Studien weiter verfolgt werden. Unabhängig von der gewählten Methode beträgt die Überlebensrate – dank der ausgezeichneten Therapien im Rezidivfall – nahezu 100 Prozent. Die Vor- und Nachteile der jeweiligen Vorgehensweise sollte daher mit den Patienten individuell abgestimmt werden.

Im Stadium II (Lymphknotenmetastasen

 

Nicht Seminome
Nicht Seminome sind von Natur aus aggressiver. Primär erfolgt das gleiche Vorgehen wie beim Seminom: die Tumormarker im Blut werden bestimmt, der Hoden wird über einen Leistenschnitt entfernt und eine Bildgebung (Computer- oder Magnetresonanztomographie) muss Metastasen im rückwärtigen Bauchraum oder in der Lunge beziehungsweise Brusthöhle ausschließen oder bestätigen. Entsprechend dem feingeweblichen Befund und den Ergebnissen der Marker und der Bildgebung erfolgt die Therapieplanung.

Im Stadium I (Tumor auf den Hoden beschränkt) kann eine reine Überwachung erfolgen, alternativ bei aggressivem Tumortyp zwei Zyklen Chemotherapie zur Vorbeugung eines Rezidivs.

Im markernegativen Stadium IIa (Lymphknotenmetastasen kleiner zwei cm)  werden die Patienten individuell nach Tumortyp und Entwicklung überwacht, die Lymphknoten operativ ausgeräumt oder es folgt eine Chemotherapie. Bei positiven Blutmarkern (v. a. AFP, LDH) ist eine Chemotherapie indiziert, ebenso im Stadium IIb (Lymphknotenmetastasen zwischen zwei und fünf cm Größe) wie auch im Stadium IIc (Lymphknoten > fünf cm) und II (Fernmetastasen).

Auch beim Nicht-Seminom sind die Heilungsaussichten bei konsequenter Therapie ausgezeichnet. Die anschließenden Kontrolluntersuchungen richten sich nach dem Tumorstadium.

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