Lymphdrüsenkrebs

Hodgkin Lymphome und Non-Hodgkin-Lymphome

Prof. Dr. med. Paul Graf La Rosée
Direktor der Klinik
Facharzt für Innere Medizin
Schwerpunkt: Hämatologie, Onkologie und Palliativmedizin

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Lymphdrüsenkrebs kommt im Vergleich zu Brust-, Prostata-, Darm- und Lungenkrebs deutlich seltener vor, nimmt jedoch in letzter Zeit zu. Bestimmte Formen der Erkrankung sind sehr gut heilbar oder zumindest über Jahre hinweg hervorragend zu kontrollieren.

Anders als bei vielen anderen Krebserkrankungen spielen hier eine Operation und/oder eine Strahlentherapie nur eine untergeordnete Rolle. Lymphdrüsenkrebserkrankungen gelten als Systemerkrankungen. Sie erfordern in aller Regel primär eine medikamentöse Behandlung mit Chemotherapie, Immuntherapie (Antikörper) und anderen zielgerichteten Medikamenten. Gegenwärtig werden zahlreiche neue Therapieansätze im Rahmen von Studien entwickelt.

Wichtig ist, dass die Patienten in einem Behandlungszentrum mit interdisziplinärer Vernetzung behandelt werden. Häufig ist eine referenzpathologische Diagnose vor endgültiger Behandlungsplanung notwendig. Einbindung in das Kompetenznetz Lymphome gilt in Deutschland als Standard.

Krankheitsbild

Lymphdrüsenkrebs macht drei bis vier Prozent aller bösartigen Erkrankungen bei Männern und Frauen in Deutschland aus, jährlich erkranken circa 14.000 Menschen daran. Weltweit zeigte sich in den vergangenen Jahren aber eine Zunahme. Die Erkrankungen können Menschen jeden Lebensalters treffen und sich überall im Körper entwickeln, zum Beispiel im Knochenmark, in der Haut, im Magen, im Gehirn, in der Lunge oder in der Schilddrüse.

Mögliche Beschwerden sind schmerzlose Schwellungen von Lymphdrüsen, zum Beispiel am Hals, in der Achselhöhle oder in der Leistenregion. Darüber hinaus treten nicht selten Allgemeinsymptome auf wie unerklärliche Gewichtsabnahme, Fieber und/oder Nachtschweiß. Auch Müdigkeit und Schwäche können die Folge einer derartigen Erkrankung sein.

Die Ursachen vom Lymphdrüsenkrebserkrankungen sind unbekannt. Jedoch spielen möglicherweise eine Abwehrschwäche (zum Beispiel nach Organtransplantation oder bei AIDS) und bestimmte Virusinfektionen eine Rolle.

Diagnose

Die Verdachtsdiagnose Lymphdrüsenkrebs wird anhand der oben genannten Beschwerden und mittels Ultraschall, Computer-Tomographie (CT), Kernspin-Tomographie (MRT) und/oder so genannten PET-Untersuchungen (Positronen-Emissions-Tomographie) gestellt. Letztlich entscheidend ist eine Gewebeuntersuchung der Lymphdrüsen und / oder des Knochenmarks. Die Proben können zum Beispiel über die Entnahme einer Lymphdrüse oder durch eine CT-gesteuerte Punktion gewonnen werden.

Anhand der Gewebeuntersuchung unterscheidet man zwei große Gruppen von Lymphdrüsenkrebs, die so genannten Non-Hodgkin- (75 Prozent) und die Hodgkin-Lymphome (25 Prozent). Unter den Non-Hodgkin-Lymphomen machen die so genannten B-Zell Lymphome etwa 85 Prozent aus, 15 Prozent gehören in die Gruppe der so genannten T-Zell Lymphome. Zudem unterscheidet man aggressive Lymphome von weniger aggressiven, (indolenten) Lymphomen.

Für eine genaue Diagnose werden heutzutage auch molekulare Analysen hinzugezogen. Die damit gewonnenen Informationen spielen eine wichtige Rolle bei der Entscheidung über die mögliche Behandlungsstrategie. In unserem Zentrum kooperieren wir mit dem Lymphom-Referenzzentrum (Pathologisches Institut der Universitätsklinik Würzburg, Prof. Andreas Rosenwald), um in Zweifelsfällen die häufig schwierige Diagnose eines Lymphoms zu sichern.

Therapie

Wichtigste Kriterien für die Wahl der Therapien sind die genaue Art der Erkrankung, die Ausbreitung im Körper, der Allgemeinzustand des Patienten und die Begleiterkrankungen. Ziel der Therapie ist es, den Patienten zu heilen. Diese Möglichkeit besteht bei allen Formen der Hodgkin-Lymphome und bei aggressiven Non-Hodgkin-Lymphomen. Hingegen gelten die indolenten, also weniger aggressiven Lymphome als nicht heilbar. Sie sind aber sehr gut mit einer Chemo-Immuntherapie behandelbar. Unter Immuntherapien versteht man Behandlungen mit künstlich hergestellten Antikörpern, zum Beispiel. gegen CD20-positive B-Lymphomzellen.



Aggressive Lymphome
Je nach Erkrankung und Situation sind unter Umständen intensive Chemotherapien und Antikörper-Behandlungen (zum Beispiel mit Rituximab) erforderlich, bis hin zu einer so genannten autologen Stammzell-Transplantation. Am aggressivsten ist der Krankheitsverlauf bei den selteneren T-Zell Lymphomen, hier sind Heilungen nur in einem kleineren Teil der Fälle möglich. Neuerdings können auch sie mit Antikörpern behandelt werden. Unsere Klinik ist seit Jahren spezialisiert auf solche Behandlungen, wir nehmen hier an nationalen und internationalen Studien zur Therapieoptimierung teil.

Indolente Lymphome
Bei indolenten Lymphomen sind in der Regel weniger intensive Chemotherapien in Kombination mit einer Antikörper-Behandlung (Rituximab, Obinutuzumab, Ofatumumab) erforderlich, manchmal reicht auch eine alleinige Antikörper-Behandlung aus. In einigen Fällen muss die Erkrankung zunächst gar nicht medikamentös behandelt werden, hier sind lediglich regelmäßige Verlaufskontrolluntersuchen notwendig, um gegebenenfalls zu einem späteren Zeitpunkt eine Behandlung einzuleiten („wait and watch“ Strategie).
Durch eine entsprechende Behandlung kann es auch hier zu einem völligen Verschwinden aller Lymphdrüsenschwellungen und damit aller Beschwerden kommen. Das ermöglicht lange Phasen der Therapiefreiheit. Unsere Klinik ist seit Jahren spezialisiert auf solche Behandlungen, wir nehmen auch hier an nationalen und internationalen Studien zur Therapieoptimierung teil.

Bei all diesen Erkrankungen sollte die Möglichkeit der Teilnahme an einer klinischen Studie geprüft werden. Sie bietet unter Umständen eine weitere Verbesserung der bereits sehr guten Behandlungsergebnisse, wobei auch neue, noch nicht zugelassene Medikamente zum Einsatz kommen können. Sprechen Sie uns bitte an.

Eine Radiotherapie wird dann eingesetzt, wenn das Ergebnis der Chemotherapie anhaltend unterstützt werden soll oder wenn sie aus verschiedenen Gründen nicht komplett verabreicht werden konnte. In bestimmten, seltenen Situationen ist die Bestrahlung als alleinige Maßnahme ausreichend. Die Dauer der Radiotherapie (zwei bis fünf Wochen) sowie die Ausdehnung des Bestrahlungsfeldes richten sich dabei gezielt nach dem Stadium der Erkrankung, dem Ergebnis der pathologischen Untersuchung sowie bestimmten Risikofaktoren.

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