Analfissur

Fast immer ist eine konservative Therapie erfolgreich

Prof. Dr. med. Stefan Beckert
Direktor der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie
Facharzt für Viszeralchirurgie
Schwerpunkt Spezielle Viszeralchirurgie, Proktologie

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Fax: +49 7721 93-93309
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Die Analfissur gehört zu den häufigsten pathologischen Veränderungen am Analkanal. Dabei handelt es sich um einen Riss in der hochsensiblen Analschleimhaut (Anoderm). Schmerzen und Blutung bei der Stuhlentleerung sind die Hauptsymptome. In der Akutphase erfolgt die Therapie stets konservativ, die Erfolgsrate ist hoch. Erst wenn strukturelle Veränderungen auftreten oder falls die konservative Therapie versagt, wird eine Operation erforderlich. Diese kann ambulant erfolgen.

Krankheitsbild

Die Analfissur ist ein extrem schmerzhafter Riss im Anoderm, der Schleimhaut im Analkanal. Zu 90 Prozent befindet sich dieser zum Steiß hin. Wie das Fissurleiden entsteht, ist nicht eindeutig geklärt. Vermutlich kommt es durch verschiedene innere und äußere Faktoren zu einer Entzündungsreaktion im Bereich des Anoderms. Daraus resultiert ein erhöhter Muskeltonus am Schließmuskelapparat und in der Folge eine mikrozirkulatorische Durchblutungsstörung. Dies wiederum erhöht die Verletzlichkeit des Gewebes. Zur Fissur kommt es dann meist durch zu festen Stuhl und starkes Pressen. Aber auch sehr dünnflüssiger Stuhl und falsche Analhygiene können letztendlich zur Entstehung einer Fissur beitragen.

Diagnose und Therapie

Die Diagnose kann meist bereits durch das Gespräch mit dem Patienten gestellt werden. Typischerweise werden stärkste, stechende Schmerzen bei der Stuhlentleerung, manchmal auch mit Blutabgang, beschrieben. Die Schmerzen können wenige Sekunden bis Stunden anhalten. Ist für den Patienten die proktologische Untersuchung auch in der Akutphase erträglich, kann der Riss meist schon bei der äußeren Begutachtung festgestellt werden.

Die Therapie richtet sich danach, wie lange die Fissur bereits besteht. In der Akutphase führt eine konservative Therapie in 80 bis 90 Prozent zum Ausheilen. Hierzu gehört zum einen eine Stuhlregulierung, also die gezielte Beeinflussung der Stuhlkonsistenz durch Nahrungsmittel und/oder Medikamente. Zum anderen wird die Fissur lokal mit Nitro- oder Diltiazem-Salbe behandelt. Dies führt zur Entspannung und besseren Durchblutung des  Schließmuskelapparates. Meist ist zusätzlich vorübergehend eine Schmerztherapie erforderlich. Gelegentlich kann auch die Anwendung eines Analdehners hilfreich sein. Die Fissur heilt so meist innerhalb von vier bis sechs Wochen ab. Im weiteren Verlauf muss auf eine konsequente Stuhlregulierung geachtet werden.

Heilt die Fissur nicht ab, kann die Ausheilung chirurgisch begünstigt werden: Hierzu wird in Kurznarkose und ambulant eine kleine Einkerbung des inneren Schließmuskelteils (Sphinkterotomie) vorgenommen. Damit wird eine rasche Linderung der Schmerzen erreicht.

Besteht die Fissur bereits länger, bilden sich durch den chronischen Reiz sog. Sekundärveränderungen (hypertrophe Analpapille, narbiger Randwall der Fissur, Vorpostenhautfalte). Diese verhindern meist eine dauerhafte Abheilung unter konservativen Maßnahmen. Dann wird die operative Entfernung der Fissur mit allen Sekundärveränderungen nötig (Fissurektomie). Sie dauert nur wenige Minuten und kann in Vollnarkose ambulant erfolgen. Die Wunde heilt innerhalb von vier bis sechs Wochen ab. Auch hier muss in der Folgezeit auf eine konsequente Stuhlregulation geachtet werden.

Kontakt

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