Chirurgische Endoskopie

Ein wichtiges Verfahren für den operativen Erfolg

Prof. Dr. med. Stefan Beckert, FEBS
Direktor der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie
Facharzt für Viszeralchirurgie
Schwerpunkt Spezielle Viszeralchirurgie, Proktologie

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Fax: +49 7721 93-93309
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Endoskopie bezeichnet die Untersuchung von Körperhöhlen und (über Körperöffnungen erreichbaren) Hohlorganen mit Hilfe eines starren oder flexiblen Untersuchungsgerätes (Endoskop). Klassischerweise wird die Endoskopie im Rahmen der Diagnostik vor allem für die Untersuchung von Speiseröhre, Magen, Zwölffingerdarm (ÖGD) und Dickdarm (Koloskopie) verwendet. Sollten bei diesen Untersuchungen auffällige (pathologische) oder verdächtige Befunde erhoben werden, können diese gegebenenfalls während der gleichen Sitzung endoskopisch entfernt werden. Ist dies nicht möglich, werden sie in jedem Fall biopsiert, das heißt für weitere Untersuchungen wird Gewebe entnommen.

Die chirurgische Endoskopie ist speziell für die Diagnosestellung, aber auch für die Planung und Durchführung einer Operation von großer Wichtigkeit. Sie stellt oft eine hilfreiche Ergänzung zur internistischen Endoskopie dar und sollte vom Operateur vorgenommen werden.

Endoskopie vor und während der Operation

Die chirurgische Endoskopie vor und während einer Operation hat große Bedeutung für den Erfolg des Eingriffs. Im Vorfeld erlaubt sie eine sorgfältige Planung, während der Operation unterstützt sie den Operateur in seinem Vorgehen.

Im Zeitalter der Schlüssellochoperationen (minimal-invasive Operationen) hat die möglichst exakte Planung noch einmal mehr an Bedeutung gewonnen. So muss beispielsweise die Lage des Tumors exakt chirurgisch bestimmt werden, denn von ihr hängt das Operationsausmaß ab. Bei kleinen Tumoren kann es hilfreich sein, deren Lage mittels Endoskopie mit Farbstoff zu markieren, das erleichtert die Tumorfindung später während der Operation.

Bei Unsicherheiten bezüglich der Lage des Tumors kann die Endoskopie auch während der Operation eingesetzt werden. Diese Möglichkeit nutzen wir vor allem, wenn es darum geht, kleine, meist gutartige Tumoren gezielt operativ zu entfernen. Mit der Kombination aus Endoskopie und minimal-invasiver Schlüssellochtechnik (Rendezvous- Verfahren) sind Operationen besonders gewebeschonend möglich.
Bei Patienten, die beispielsweise im Rahmen einer Bestrahlung im Halsbereich vorübergehend oder infolge eines Schlaganfalls nicht mehr schlucken können, werden ambulant Ernährungssonden durch die Bauchdecke in den Magen eingelegt (PEG- Sonden). Dies geschieht in lokaler Betäubung unter endoskopischer Kontrolle.

 

Tumorlokalisation im Dickdarm

Lagebeurteilung eines Tumors im Übergang Speiseröhre / Magen
 

Tuschemarkierung eines Magentumors

Endoskopie nach der Operation

Auch im postoperativen Verlauf ist die chirurgische Endoskopie in Händen des Operateurs von großer Wichtigkeit, denn mit ihrer Hilfe können auffällige Verläufe rasch untersucht werden. So ist es zum Beispiel möglich, kleinere Nahtschwächen (Anastomoseninsuffizienz) endoskopisch zu behandeln, etwa zu kleben oder zu schienen. Eventuelle Nachblutungen können endoskopisch kontrolliert und gestillt werden. Auch über die Notwendigkeit einer erneuten Operation bei größeren Komplikationen kann mittels Endoskopie frühzeitig entschieden werden. Neben der unmittelbaren postoperativen Nachuntersuchung setzen wir die Endoskopie auch zur mittel- und langfristigen Nachsorge nach Dickdarm- oder Magentumoren im Rahmen von ambulanten Terminen ein.

 

Kontrolle einer Naht nach Darmoperation
  

Kontrolle nach Magenentfernung bei Tumor

Endoskopie-Untersuchungen

Endoskopische Untersuchungen sind ambulant möglich. In der Regel reicht eine medikamentöse Beruhigung (Sedierung), um den Patienten die Angst zu nehmen und Beschwerden zu vermeiden. Während und nach der Untersuchung müssen die Patienten überwacht werden bis die medikamentöse Wirkung weitgehend abgeklungen ist. In vielen Fällen nehmen wir die endoskopische Untersuchung auch während des stationären Aufenthaltes vor. Starre Endoskopien werden zur Untersuchung des Enddarms und Analkanals vor allem in unserer Proktologischen Sprechstunde durchgeführt. Für die Untersuchung von bösartigen Tumoren des Enddarms können wir, im Rahmen der starren Enddarmspiegelung (Rektoskopie), auch gezielte Ultraschalluntersuchungen (Endosonographie) vornehmen, um das Wachstumsverhalten des Tumors zu bestimmen. Von der Größe des Tumors und seiner Ausbreitung in der Darmwand hängt das Konzept der weiteren Behandlung ab. Dabei spielt diese Ultraschalluntersuchung neben anderen Untersuchungsmethoden eine zentrale Rolle.

 


 Ausdehnungsbeurteilung eines Magentumors

 

Magenspiegelung bei Fremdkörper

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