Entzündung der Bauchspeicheldrüse

Häufige Ursache für Pankreatitis: Alkoholmissbrauch und abgewanderte Gallensteine

Prof. Dr. med. Stefan Beckert, FEBS
Direktor der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie
Facharzt für Viszeralchirurgie
Schwerpunkt Spezielle Viszeralchirurgie, Proktologie

Tel.: +49 7721 93-3301
Fax: +49 7721 93-93309
E-Mail: avc@sbk-vs.de

Als Pankreatitis wird die Entzündung der Bauchspeicheldrüse bezeichnet. Diese kann plötzlich mit heftigen Oberbauchschmerzen beginnen (akute Pankreatitis) oder aber schubweise /kontinuierlich zu einem Funktionsverlust des Organs führen (chronische Pankreatitis). Patienten mit schweren Verlaufsformen der akuten Pankreatitis müssen häufig über mehrere Wochen auf der Intensivstation behandelt werden. Eine Operation ist bei komplizierten Verläufen oft unumgänglich. Im gesamten Spektrum der entzündlichen Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse kooperiert die Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie intensiv mit den Fachkollegen der Inneren Medizin / Gastroenterologie, um höchst individuell für jeden Patienten das optimale Behandlungskonzept festzulegen.

Krankheitsbild

Die Bauchspeicheldrüse liegt unmittelbar vor den ersten beiden Lendenwirbelkörpern. Sie ist einerseits ein Verdauungsorgan: Die Enzyme, welche in diesem Organ hergestellt werden, zersetzen die Speisen und bereiten sie für die Resorption durch den Dünndarm vor. Andererseits produzieren Zellnester Hormone, welche für die Regulation des Blutzuckers notwendig sind: Insulin und Glucagon. Die Bauchspeicheldrüse ist etwa zwölf bis 18 Zentimeter lang, vier bis sechs Zentimeter breit und zwei bis vier Zentimeter dick. Der Bauchspeicheldrüsengang nimmt aus kleinen Kanälchen das enzymhaltige Sekret auf, vereinigt sich mit dem Gallengang und mündet in den Zwölffingerdarm. Täglich werden etwa zwei Liter Bauchspeichel produziert.

 


Häufige Ursachen für eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse sind Alkoholmissbrauch oder ein in der Mündung zum Zwölffingerdarm eingeklemmter Gallenstein, welcher aus der Gallenblase gewandert ist.

Diagnose und Therapie

Die Diagnose einer Pankreatitis beruht im Wesentlichen auf der vom Patienten geschilderten Schmerzsymptomatik im Oberbauch mit typischerweise gürtelförmiger Ausstrahlung. Die Blutuntersuchung zeigt eine Erhöhung der spezifischen Enzyme der Bauchspeicheldrüse: Amylase und/ oder Lipase.
Die Ultraschalluntersuchung trägt frühzeitig zur Sicherung der Diagnose bei. Hier wird erkennt, ob ein Gallenstein eingeklemmt ist. In dieser akuten Situation muss innerhalb weniger Stunden der Gallenstein durch eine interventionelle Endoskopie entfernt werden.

Patienten mit schweren Verlaufsformen der akuten Pankreatitis müssen häufig über mehrere Wochen auf der Intensivstation behandelt werden. Bilden sich in abgestorbenen Abschnitten der Bauchspeicheldrüse (Nekrosen) bakterielle Entzündungen, so müssen diese operativ ausgeräumt werden. Auch hierzu werden heute erfolgreich minimalinvasive oder endoskopische Verfahren angewendet.

 

Operative Ausräumung einer Pankreasnekrose

Patienten mit chronischer Bauchspeicheldrüsenentzündung sind von langandauernden schwersten Schmerzepisoden gequält. Der schleichende Ausfall von funktionstüchtigem Pankreasgewebe führt zu schwerwiegenden Verdauungsproblemen. Diese resultieren häufig in einer deutlichen Gewichtsabnahme. Durch den Ausfall der Produktion von blutzuckerregulierenden Hormonen (Insulin und Glucagon) kann ein Diabetes mellitus, die „Blutzuckerkrankheit“ entstehen. Mögliche Komplikationen, die im Verlauf der Erkrankung auftreten (zum Beispiel Abflussstörung des Gallengangs oder des Zwölffingerdarm) werden chirurgisch behandelt.

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